Arbeitsmethoden der Kladistik

[1] eine Einführung - [2] Die Arbeitsmethoden der Kladistik - [3] Kladistische Merkmalstabelle - [4] Das Kladogramm - [5] Erklärung einiger Begriffe nicht nur der Kladistik


Wann führt man eine phylogenetische Analyse durch?

Es wurde bereits angedeutet, daß in der phylogenetischen Systematik Schwesterarten oder Schwestergruppen gesucht werden. Da nun eine Untersuchung von zwei Arten nicht sinnvoll ist, weil man von vornherein sagen kann, daß beide Arten miteinander nächstmöglich zueinander verwandt sind - es fehlt ja die Möglichkeit des Vergleiches zu einer dritten Art oder Gruppe - muß man zu Beginn einer Analyse mindestens drei Taxa für die Analyse auswählen.


Wie vergleicht man die Taxa?

Man legt nun eine Merkmalsmatrix an, in der die Merkmale der Tiere vermerkt und codiert werden. Bei einem drei-Taxa-Problem müssen mindestens drei Merkmale zur Klärung des Verwandtschaftsverhältnisses herangezogen werden. Kurz gesagt gilt die Regel, daß mindestens so viele Merkmale zur Analyse genommen werden müssen, wie Taxa in die Untersuchung integriert sind. Die gewählten Merkmale sollen innerhalb der untersuchten Gruppe mindestens einmal ihren Merkmalszustand ändern.


Lesrichtung der Merkmale

Ein wichtiger Aspekt bei der kladistischen Analyse ist die Lesrichtung der ausgewählten Merkmale. Es werden apomorphe und plesiomorphe Merkmale unterschieden. A priori kann man oftmals jedoch nicht unterscheiden, welche Merkmale apomorph oder plesiomorph sind. Hier helfen unter anderem ontogenetische Untersuchungen oder man kann einen Außengruppenvergleich durchführen. Man geht davon aus, daß in der Außengruppe in der Gesamtheit in Hinblick auf die Innengruppe eher plesiomorphe Merkmale vorhanden sind.


Die Analyse

Es gibt hauptsächlich zwei verschiedene Methoden, eine kladistische Analyse durchzuführen. Zum einen kann man mit Papier und Stift mit Hilfe der Apomorphien - sozusagen von Hand - ein Kladogramm erstellen. Die zweite Form der kladistischen Analyse kann mit einem Computer durchgeführt werden. Bei dieser zweiten Methode wird die Datenmatrix in einen Rechner mit einem entsprechenden Programm eingegeben. Diese Methode ist empfehlenswert, wenn eine große Anzahl Taxa mit mehreren -zig Merkmalen untersucht werden soll.


—== Kladistische Merkmalstabelle ==—